Hallo meine Lieben,
vor wenigen Minuten sind auch die letzten Testlese-eBooks von mir versendet worden. Zum Schluss gab es noch ein bisschen Aufregung, da es den Titel DUNKLE HERZEN bereits zweimal gibt. Nun, in einem nächtlichen Speed-Brainstorming wurde dann ein neuer Titel gezaubert
DUNKELHEIT DER HERZEN
wird das Spin-Off jetzt heißen. An dieser Stelle möchte ich nicht damit hinterm Berg halten, dass der neue Buchtitel von einem Mann kommt, um genau zu sein von meinem Mann. Auf den ich sehr stolz bin. Im Lauf der nächsten Woche werde ich euch auch das endgültige Cover präsentieren.
Ich bin gespannt, wie mein neue Roman bei den Testleserinnen und -lesern ankommt. Wer noch mitmachen möchte, kann sich bis 25. Januar 2015 gern noch für ein Vorabexemplar bei mir melden.
In den nächsten Tagen richte ich auch noch einen Post ein, indem sich meine Testleser/innen austauschen können, wenn sie es möchten.
Donnerstag, 22. Januar 2015
Mittwoch, 21. Januar 2015
3. Textspickerle zum Spin-Off DUNKLE HERZEN
Hallo meine Lieben,
bevor morgen die Testlese-Exemplare ausgeliefert werden, gibt es heute noch ein drittes Textspickerle aus Kapitel 6. Ich wünsche euch viel Spaß.
Glensemais,
Massachusetts, 30. September 1722 in den frühen Morgenstunden
Kaltes
Metall, das hart gegen meine Schläfe drückte, weckte mich aus dem Schlaf.
Langsam und ein wenig zitternd bewegte es sich über meine Haut, und ich hörte
jemanden in meiner unmittelbaren Nähe atmen.
Ein
letzter Rest Schläfrigkeit betäubte noch meinen Verstand, und so fiel es mir
schwer, die Wirklichkeit von meinem Traum zu trennen. Ich hatte von der
Begegnung mit Prestons Männern im Wald geträumt, in meinem Traum waren Padraig
und ich jedoch entdeckt worden und ...
Der
kalte Gegenstand befremdete mich. Ich wusste nicht, was da vor sich ging, doch
ich wagte auch nicht, die Augen zu öffnen. Starr lauschte ich in die
Dunkelheit. In meiner unmittelbaren Nähe hörte ich kein anderes Geräusch außer
einem gleichmäßigen Atmen. Langsam beschlich mich das Gefühl von Angst. Nachts
ist es oft ruhig, versuchte ich, mich selbst zu beschwichtigen. Ja, es war
ruhig, aber nicht gespenstisch still, als sei alles um mich herum ausgestorben.
Irgendetwas stimmte nicht.
Das
Metall wurde von meiner Schläfe genommen. Es folgte ein klackendes Geräusch,
das sich wie … Gütiger Himmel! Es hörte sich wie das Spannen eines
Pistolenhahns an. Eine Waffe! Jemand richtete eine Waffe auf mich! Nackte Panik
erfasste mich, als mir bewusst wurde, dass ich das Geschehen in meinem Zimmer
nicht länger ignorieren konnte.
Ich
schlug die Augen auf, während mein Oberkörper in die Senkrechte schnellte. Eine
Petroleumlampe wurde mir vor das Gesicht gehalten, blendete mich und tauchte
meine Umgebung in gleißendes Gelb und schattenhaftes Schwarz. Alles Weitere
geschah im Bruchteil von Sekunden. Meine Arme wurden grob auf meinem Rücken
gerissen. Gleichzeitig wurde mir eine feuchte, schwielige Hand auf den Mund
fest gepresst, die jeden Laut aus meiner Kehle erstickte.
Sie
waren mindestens zu dritt. Einer hielt die Lampe und zwei weitere packten mich
an den Armen, von denen mir einer den Mund zuhielt. Sie zerrten mich unsanft
aus meinem Bett und stellten mich auf die Beine. Sekunden später spürte ich
auch schon, wie sich die Kälte im Zimmer gleich einem eisigen Strom von meinen
nackten Zehen aufwärts in meinem gesamten Körper ausbreitete.
Allmählich
schälten sich menschliche Umrisse aus dem diffusen Licht. Etwa fünf Schritte
vor mir entfernt stand Preston mit der Lampe in der Hand. Der säbelbeinige
Chapman und der Riese Fowler hielten mich fest. Ein widerwärtiges Grinsen
umspielte Prestons Mundwinkel.
»Ich
hoffe, Ihr habt angenehm geträumt, Miss McDonnell?«, spottete er leise.
Argwöhnisch
starrte ich Preston an. Ich fühlte mich wie gelähmt, denn durch den eisernen
Griff meiner Bewacher war ich außerstande, mich in irgendeiner Form zur Wehr zu
setzen. Ohne wirklich zu begreifen, was geschah, war ein stoisches Nicken die
einzige Reaktion, die ich zustande brachte. Mein Blick wanderte panisch durch
die Kammer, in der Hoffnung darauf, dass ich Antworten auf die Fragen fand, die
mein Verstand mir stellte. Im Moment wünschte ich mir nichts sehnlicher, als
aus dieser albtraumhaften Situation zu erwachen und wieder in die heile Welt
zurückzukehren, die ich mit dem Einschlafen verlassen hatte.
»Ja,
Miss, seht Euch nur noch einmal in aller Ruhe um. Nehmt die Erinnerung mit, die
Euch mit diesem Ort verbindet, denn ich versichere Euch, Ihr werdet nie wieder
hierher zurückkehren.«
Da
ich nicht wahrhaben wollte, was mir dieser Mistkerl gerade prophezeite,
schüttelte ich trotzig den Kopf. Ich versuchte zu antworten, doch die Hand auf
meinem Mund machte das Sprechen unmöglich.
Preston
streifte mich mit einem leidenschaftslosen Blick.
»Ihr
solltet Euch warme Kleidung anziehen. Bloß mit einem Nachthemd am Leib werdet
Ihr den Weg nach Fort George kaum überleben. Was ich im Übrigen bedauern
würde«, bemerkte er anzüglich.
Fort
George? Was zum Teufel hatte das zu bedeuten? Ich fand zwar immer noch keine Erklärung für die
gegenwärtigen Ereignisse, aber zumindest war ich mir zwischenzeitlich sicher,
dass ich aus diesem Albtraum nicht mehr erwachen würde, da ich bereits hellwach
war.
Ein
Gedanke packte mich: Preston wollte, dass ich mir etwas anzog – falls ich das
Glück haben sollte, dass sie mich in der Kammer alleine ließen, konnte ich aus
dem Fenster klettern. Und wenn mir die Flucht gelang, konnte ich Hilfe holen
und … Mir blieb nichts anderes übrig, als alles auf eine Karte zu setzen.
Ich
atmete noch einmal tief durch, um meine Kräfte zu sammeln, danach deutete ich
mit dem Kopf zuerst auf die Kleidertruhe, dann auf meine Bewacher.
Preston
machte eine verständnisvolle Geste. »Aber natürlich, Miss. Ich verstehe, es ist
Euch unangenehm, Euch in der Gegenwart fremder Männer auszuziehen.«
Ich
nickte hastig und betete, dass mein Plan aufging. Wobei sich mir die nächsten
Fragen auftaten: Was war mit meiner Familie, mit meinem Vater, Willeam, Colum?
Und Macey und Eibhlin? Wo waren sie? Und was hatte Preston, dieser Bastard,
ihnen angetan? Ich riss mich zusammen, um die Flut an Fragen und Ängsten in
meinem Kopf zu stoppen. Wenn ich entkommen wollte, benötigte ich einen klaren
Verstand. Das hier war vielleicht die einzige Chance, um auch den anderen zu
helfen.
»Und
Ihr gebt mir Euer Wort, dass Ihr nicht schreit, wenn ich meine Leute aus dem
Zimmer schicke?«, fragte er.
Ich
nickte abermals, diesmal langsamer und besonnener. Im Moment konnte ich ohnehin
nichts weiter tun, als in Prestons Spielregeln einzuwilligen.
»Solltet
Ihr Euer Versprechen brechen, Miss McDonnell …«, Preston trat bis auf zwei
Schritte an mich heran und richtete den Pistolenlauf auf meinen Brustkorb, »…
werde ich nicht zögern und auf Euch schießen. Ihr es wisst sicher selbst, aus
dieser kurzen Distanz wäre das in jedem Fall für Euch tödlich. Ihr würdet
lediglich – je nachdem wo Euch die Kugel trifft – schnell und schmerzlos oder
langsam und qualvoll sterben. Ich persönlich würde Letzteres vorziehen, falls
Ihr die Regeln missachtet. Haben wir uns verstanden, Miss McDonnell?«
Ich
nickte ein drittes Mal, während ich den Blick senkte und dabei versuchte, die schrecklichen
Bilder beiseitezuschieben, die sich gerade vor meinem geistigen Auge
zusammensetzten.
Preston
gab seinen Leuten ein Zeichen, den Raum zu verlassen. Fowler und Chapman
befolgten den Befehl ohne Zögern. Insgeheim hatte ich gehofft, dass auch Preston
verschwinden würde, doch diesen Gefallen tat er mir nicht. Anstatt sich wie die
anderen zu entfernen, ging er zu der Kleidertruhe, die neben der Tür stand.
»Ihr
hattet gehofft, dass ich ebenfalls die Kammer verlasse«, stellte er mit einem
süffisanten Unterton fest.
»Ja«,
erwiderte ich niedergeschlagen, denn mein hoffnungsvoller Plan war so eben wie
Schnee in der Frühlingssonne zerronnen.
»Leider,
leider, Miss McDonnell, muss ich Euch enttäuschen. Ich werde bleiben, denn ich
möchte sicherstellen, dass Ihr keine Dummheiten macht«, antwortete er kalt
lächelnd und hob den Deckel an, um in die Truhe zu greifen. »Und nun zieht Euch
an. Ich bin mir sicher, die anderen warten bereits.« Er warf mir das Kleid
entgegen, das obenauf lag.
Als
ich es auffing, hatte ich Mühe, die meine Tränen niederzukämpfen. Wie grausam
das Schicksal war: Ich hielt mein Brautkleid in Händen.
Ich
drehte mich von Preston weg. Es genügte mir vollkommen, dass ich seinen Blick
in meinem Rücken spürte, ich brauchte nicht auch noch der Lüsternheit in seinen
Augen zu begegnen. Hastig zog ich mein Nachthemd aus und streifte das
cremeweiße Kleid über. Mein Vater hatte monatelang gespart, um das Geld für den
feinen indischen Baumwollstoff zusammenzubekommen. Und Eibhlin hatte all ihre Näh-
und Stickkünste aufgewendet, damit daraus ein wunderschönes Prunkstück für
einen besonderen Anlass wurde. Mein Herz krampfte sich plötzlich schmerzhaft
zusammen und Tränen liefen über meine Wangen, während sich Preston hinter mich
stellte und mir half, die Haken im Rücken zu schließen.
Ein
heftiges Schluchzen brachte meinen Körper zum Zittern. Noch immer konnte ich
nicht begreifen, was sich abspielte. Was um alles in der Welt hatte dieser
Mistkerl mit uns vor? Er nahm mich an der Schulter und drehte mich um, sodass
ich ihm ins Gesicht sehen musste.
»Da
habe ich doch hoffentlich nicht Euer bestes Kleid herausgesucht?«, sagte er mit
dem verlogensten Lächeln, das ich je bei einem Menschen gesehen hatte. »Ist das
etwa Euer Brautkleid?«
Dienstag, 20. Januar 2015
2. Textspickerle zum Spin-Off DUNKLE HERZEN
Auszug aus Kapitel 2
Ich öffnete die Tür zum größten Raum des Hauses: der
Wohnstube. Im Kamin brannte knisternd ein Feuer und füllte das Zimmer mit
angenehmer Wärme und dem Duft nach Holz und Harz. Wie so oft saß mein Vater,
Alastair McDonnell, an seinem Sekretär, der nahe an einem der hohen Fenster
stand, und war mit irgendwelchen Notizen oder Abrechnungen beschäftigt.
Ich blieb auf der Türschwelle
stehen und klopfte sachte gegen den Holzrahmen.
»Guten Abend, Vater«, begrüßte ich
ihn. »Darf ich eintreten?«
Mein Vater hob den Kopf, nahm den
Kneifer von der Nase und lächelte flüchtig, bevor er seine silberne Taschenuhr
aus seiner Rocktasche zog. Er warf einen prüfenden Blick auf das Zifferblatt.
»Es ist fast sechs Uhr, mein liebes
Töchterchen. Wo hast du dich so lange herumbetrieben?«, fragte er streng, aber
zum Glück nicht wirklich verstimmt.
»Entschuldige bitte, Vater. Ich war
im Wald, und ...«, ich zeigte durch die offenstehende Küchentür auf meinen
Korb, den ich zuvor gut sichtbar auf dem Küchentisch platziert hatte. »Ich habe
das schöne Wetter genutzt und noch einmal Brombeerblätter gesammelt. Für den
Tee, den du so gern trinkst.«
Alastair McDonnells Miene hellte
sich weiter auf, während er sich mit einer Hand über die kurzen grauen Haare
strich. Diese Geste machte er immer, wenn er überlegte, ob er mich maßregeln
oder Gnade vor Recht ergehen lassen sollte. Ich hoffte auf Letzteres.
»Na, wenn das so ist, will ich
ausnahmsweise auf eine Standpauke verzichten«, brummte er hinter dem Ansatz
eines Schmunzelns.
»Kann ich dich bitte sprechen,
Vater? Es ist dringend«, bat ich.
»Nur zu, mein Kind, wo drückt der
Schuh?« Er setzte sich bequem auf dem Polsterstuhl zurecht und faltete die
Hände vor seinem Bauch.
»Eibhlin hat mir erzählt, dass wir
Besuch haben.«
»Ja. Ein Mister Benjamin Preston
aus Lone Oak. Er hat ein Lager für die Nacht gesucht. Ich habe ihm die
Dachkammer angeboten, und seine Leute übernachten in der Scheune.«
Mein Vater musterte mich von Kopf
bis Fuß. »Was ist los mit dir, Gwen? Du bist so blass, als hättest du einen
Geist gesehen.«
»Ein Geist war es nicht, aber ich
habe Preston und seine Männer beim Blättersammeln im Wald gesehen.«
»Dann hast du ihn zu mir geschickt?
Er hat mir gegenüber gar nichts davon erwähnt.«
»Ich habe auch nicht mit Mister
Preston gesprochen. Bei einem Dutzend Fremder, die durch den Wald streifen,
hielt ich es für sinnvoller, mich zu verstecken ... Die Männer kommen aus Lone
Oak, sagst du?«
»Ja.«
»Das Lone Oak, das ich kenne, liegt
am unteren Ende des Pleasant Lake. Also, nördlich von Glensemais.« Die Gedanken
rasten plötzlich nur so durch meinen Kopf, und das Bild, zu dem sie sich
zusammensetzten, bereitete mir echtes Unbehagen und ein flaues Gefühl in der
Magengrube.
Mein Vater runzelte nachdenklich
die Stirn. »Ich verstehe nicht, worauf du hinauswillst?«
Ich hörte Schritte auf der Treppe.
»Vater, hör mir bitte genau zu«,
setzte ich hastig an, »dieser Preston kam nicht vom Pleasant Lake, sondern aus
südlicher Richtung.«
Ich hatte kaum meinen Satz beendet,
als ein hochgewachsener, elegant gekleideter Mann mittleren Alters die Stube
betrat. Ich erkannte ihn sofort. Er hatte die dunkle Stute geritten, und somit
stimmte auch meine Vermutung, dass er der Anführer war.
Der Mann sah sich mit herablassender
Neugier in der Stube um, bevor er seine Augen auf mich richtete.
Beim Eintreten unseres Gastes hatte
sich mein Vater aus seinem Polsterstuhl erhoben. Nun umrundete er den massiven
Eichensekretär und streckte dem Neuankömmling einladend einen Arm entgegen.
»Gwenyth,
ich möchte dir unseren Gast vorstellen«, sagte er freundlich.
Ich wusste, meine Nachricht konnte
ihn nicht unberührt lassen, aber in all den Jahren, in denen wir ständig auf
der Hut sein mussten, hatte er sich angewöhnt, seine Gefühle sorgsam vor seiner
Umwelt zu verbergen.
Der Fremde trat einen forschen
Schritt auf mich zu. Er war um fast einen halben Kopf größer als mein Vater und
von hagerer Statur. Trotzdem wirkte er zäh und ausdauernd und erinnerte mich an
einen Jagdhund, der gerade dabei war, eine Fährte aufzunehmen. Mit einem dünnen
Lächeln auf den Lippen reichte er mir die Hand, während er mich halb neugierig,
halb lauernd aus blassgrauen Augen musterte.
»Angenehm, Miss, mein Name ist
Benjamin Preston«, stellte er sich vor.
»Gwenyth Mary
McDonnell. Alastair McDonnell ...«, begann ich und ergriff zögernd seine Hand.
»... ist Euer Vater«, beendete
unser Gast meinen Satz. »Ich bin im Bilde. Und ich kann Euch versichern, Euer
Vater hat voll Stolz über seine Tochter berichtet.«
Er ließ meine Hand los. Aus einem
unerklärlichen Grund war ich froh darüber, denn tief in mir rührte sich ein
Gefühl, das mir riet, jede Form von Vertrautheit zwischen Preston und mir zu
vermeiden.
»Ich lasse Euch und meinen Vater
jetzt besser allein«, sagte ich mit einem entschuldigenden Fingerzeig in
Richtung Küche. »Bei so vielen Gästen gibt es eine Menge vorzubereiten.«
»Ich denke, Macey und Eibhlin
kommen ganz gut zurecht. Komm, setz dich zu uns und leiste mir und Mister
Preston ein wenig Gesellschaft«, entgegnete mein Vater.
Seine Hand lag in meinem
Rücken und dirigierte mich sanft, aber unnachgiebig zum Sofa und zu den beiden
ausladenden Polstersesseln vor dem Kamin.
Montag, 19. Januar 2015
1. Textspickerle zum Spin-Off DUNKLE HERZEN
Auszug aus Kapitel 1
Glensemais, Massachusetts, 29. September 1722
Glensemais, Massachusetts, 29. September 1722
Ein
Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus, als ich Padraig zwischen den
Bäumen entdeckte. Ich hatte schon eine halbe Ewigkeit auf ihn gewartet und tief
in meinem Innern erste Zweifel gehegt, ob er überhaupt noch kommen würde. Doch
nun war er endlich da, und meine Anspannung schlug in Vorfreude um.
Nahezu
lautlos pirschte er durch das sonnendurchflutete Unterholz zu unserem Versteck,
einer kleinen, von Brombeer- und Heidelbeersträuchern umgebenen Lichtung mitten
im Wald. Auch Padraig hatte mich bemerkt. Er winkte kurz, bevor er zu einem
beherzten Sprung über einen Baumstamm ansetzte, der ihm den Weg versperrte.
Ich
stellte den Korb mit Hagebutten und Brombeerblättern beiseite und rannte ihm freudestrahlend entgegen. Und Padraig
breitete die Arme aus, um mich aufzufangen.
»Ich
hatte schon befürchtet, du hast mich vergessen«, rügte ich ihn mit gespielter Strenge.
Padraig
setzte mich behutsam ab, so, als könnte mich eine unachtsame Bewegung
zerbrechen. Sein rotblondes Haar flatterte in der warmen Brise, die um die
herbstbelaubten Bäume strich. Eine Weile lang schaute er mich nur zärtlich an,
dann schüttelte er den Kopf.
»Nein,
Liebes, da täuschst du dich. Ganz gleich, was auch geschieht, ich könnte dich
niemals vergessen ...«
Seine
Liebeserklärung machte mich verlegen, denn sie kam unerwartet und entsprach so
gar nicht Padraigs eher unromantisch
veranlagten Naturell. Ich spürte, wie meine Wangen heiß und damit
höchstwahrscheinlich auch rot wurden.
»Warum
kommst du so spät?«, fragte ich, ein bisschen aus Neugier, weil er sich verspätet
hatte, hauptsächlich jedoch, weil mich sein unverblümtes Liebesgeständnis
ziemlich überrascht hatte, und ich von dem Thema ablenken wollte.
»Wir
waren auf dem Feld. Viel länger hätten wir mit dem Pflügen auch nicht mehr
warten können.« Padraig blickte in den wolkenlosen, blauen Herbsthimmel hinauf.
»Noch ist es warm, aber in wenigen Tagen kann es schon den ersten Frost geben,
und dann wird es immer schwieriger, den Boden zu bearbeiten.«
Ich
nickte zustimmend, denn wir hatten auch bereits unsere Felder für den Winter
vorbereitet.
Padraig
nahm meine Hände. Er führte sie an seine Lippen und küsste sanft meine
Handrücken.
»Jetzt
sind es nicht einmal mehr vier Wochen, bis zu unserer Hochzeit«, sagte er
nachdenklich. »Hast du dich schon mal gefragt, wie unser Leben danach
weitergeht?«
Ich
streichelte zärtlich über Padraigs unrasierte mit Bartstoppeln besetzte Wange.
»Sehr
oft, mein Lieber«, erwiderte ich leise. »Aber wie soll es schon werden? Ich
werde zu dir und deinem bärbeißigen Vater ziehen, den Haushalt führen, und dir
auf dem Feld und bei den Tieren helfen und …«
»…
und was?«
»Und
eines Tages unsere Kinder zur Welt bringen, die wir gemeinsam großziehen werden«,
erwiderte ich lachend.
»Macht
dich diese Vorstellung glücklich? Ich meine, willst du wirklich die nächsten
Jahre mit meinem mürrischen Vater unter einem Dach wohnen?«, fragte Padraig ernst.
Ich
schaute ihn fragend an, denn gerade hatte mich sein Verhalten innerhalb
kürzester Zeit zum zweiten Mal überrascht. Was wollte er mit seiner Frage
bezwecken? Schließlich war es das Normalste der Welt, dass die Frau nach der
Hochzeit zum Ehemann zog und, dass Padraigs Vater auch dort lebte, ließ sich
nicht ändern. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass er ein mürrischer Kerl war,
dem man es fast nie rechtmachen konnte.
»Hast du vielleicht einen besseren
Plan?«, erkundigte ich mich irritiert.
Padraigs
Grinsen wurde so breit wie der Kennebec River nach der Schneeschmelze im
Frühjahr.
»Und ob«, sagte er mit einem
verschwörerischen Unterton, während er an seinem Hemd zu nesteln begann.
Sekunden später zog er eine Lederrolle aus seinem Brustschlitz hervor.
»Hier.«
Er drückte mir die Rolle in die Hand.
»Was
ist das?«, fragte ich neugierig.
»Mach
es auf. Sieh selbst.«
Mit
fiebrigen Fingern öffnete ich das Bändchen, das die Rolle geschlossen hielt und
wickelte in einem feierlichen Akt das Leder ab. Ungläubig bestaunte ich das
Dokument, das unter dem Einband zum Vorschein kam.
»Das
… das ist eine Besitzurkunde«, murmelte ich überrascht. »Und unsere Namen
stehen darauf … Padraig, heißt das …«
Offensichtlich
war ich Padraig im Moment viel zu begriffsstutzig. Er nahm mir die Urkunde samt
Ledereinband wieder ab.
»Ja, Gwen, genau das heißt es«,
erklärte er mit vor Aufregung heiserer Stimme. »Ich habe für uns Land gekauft.
Wir werden unsere eigene kleine Farm besitzen. Ein Zuhause nur für uns …«Ende des 1. Textspickerle. Wenn es euch gefallen hat, dann freut euch auf mehr.
Testleser/innen gesucht
Hallo meine Lieben,
ich möchte gern den Kreis meiner
Testleserinnen und –leser erweitern und suche noch ca. 10 Personen, die Lust
hätten, das Historical-Spin-Off DUNKLE HERZEN
vorabzulesen.
Was
solltet ihr mitbringen?
Natürlich solltet ihr zu allererst
einmal Historical-Romance-Romane – also Historische Liebesromane - mögen. Da
meine eBooks momentan ausschließlich bei Amazon veröffentlicht werden, wäre
auch ein Kindle-Reader hilfreich. Solltet ihr keinen Kindle besitzen, so ist
das kein Problem, denn es gibt eine Menge Lese-Apps bei Amazon, die dort
kostenlos zum Download angeboten werden, so z.B. für Smartphones, Computer und
Tablets. Amazon-App-Link. (Hier könnt ihr euer Lese-App auswählen)
Ist
das eBook bereits lektoriert?
Ja, meine eBooks haben das erste Lektorat durchlaufen, wenn ich sie
euch zum Testlesen anbiete. (Insgesamt gibt es 2 Lektoratsdurchläufe, denen
abschließend das Korrektorat folgt.) Ich gebe die Bücher nach dem ersten
Durchlauf zum Testlesen frei, da ich es persönlich wichtig finde, dass man als
Autorin bereits in einem frühen Stadium einen Eindruck gewinnt, wie das Buch
draußen ankommt.
Wie
läuft das Testlesen ab?
Wenn ihr die Vorab-eBooks erhalten
habt, könnt ihr - wenn ihr mögt - gleich los lesen. Der Roman sollte innerhalb
von ca. 2 Wochen gelesen werden. Ihr könnt entweder schon während des Lesens
mit mir Kontakt aufnehmen oder mir einfach nach dem ihr fertig seid, Eure
Eindrücke schildern. Lektorats- und Korrektoratsdienste werden
selbstverständlich nicht von euch erwartet. Dafür habe ich ein professionelles
Lektorat.
Gibt
es auch Leseproben?
Falls ihr euch nicht sicher seid, ob
euch der Roman gefällt, findet ihr in den nächsten Tagen auf meinen Blog auch
eine Reihe an Leseproben aus verschiedenen Kapiteln. So gewinnt ihr einen
ersten Eindruck über die Geschichte und könnt entscheiden, ob ihr das Buch
vorablesen mögt.
Darf
ich auch eine Rezension schreiben?
Generell dürft ihr nach dem
Erscheinen des Buches gerne auch eine Rezension schreiben. Das fände ich sogar
wünschenswert. Bitte bedenkt aber, dass ihr beim Vorablesen nicht die
endgültige Version in den Händen haltet, sondern es sich bei den zur Verfügung
gestellten eBooks immer um eine Art Rohfassung handelt, deshalb würde ich in
diesem speziellen Fall darum bitten, die Rezension mit mir abzustimmen.
Wie
werde ich Testleser/in?
Ganz einfach, in dem ihr mir eine
eMail unter kontakt[at]breonna-bliss.de
schreibt oder das Kontaktformular auf dem Blog benutzt.
Ich freue mich auf Post von euch,
Eure Breonna
Donnerstag, 8. Januar 2015
Charlie Hebdo – und meine Bitte an die Menschen in Europa!
Gewöhnlich halte ich mich mit Statements zum aktuellen
Zeitgeschehen stets bedeckt, aber angesichts der furchtbaren Ereignisse in
Paris, möchte ich an dieser Stelle gern eine Bitte loswerden und vielleicht den
einen oder anderen auch zum Nachdenken anregen.
Bis vor wenigen Stunden war Terror und Krieg durch Fanatiker
etwas, das in vielen europäischen Ländern von den Politikern beinahe
kategorisch ausgeschlossen wurde. Und wir genossen es, uns in Sicherheit wiegen
zu dürfen, damit ist es nach dem islamistischen Anschlag auf das Satiremagazin
Charlie Hebdo in Paris nun vorbei. Zwölf Menschen mussten ihr Leben lassen,
viele wurden verletzt. An dieser Stelle möchte ich allen Angehörigen und
Freunden der Opfer mein aufrichtiges Mitgefühl aussprechen, verbunden mit dem
tiefen Wunsch, dass Derartiges nicht wieder geschieht.
So ein Anschlag wirft Fragen auf, und - ja - er weckt auch
meine Wut.
Wie konnte es so weit kommen? Sind wir nicht fähig, die
Anzeichen zu erkennen und rechtzeitig zu handeln oder gegenzusteuern? Wie ist
es um unsere sogenannten Volksreligionen und ihre Anhängerschaft bestellt? Sind
diese nicht einmal in der Lage, etwas satirische Selbstkritik auszuhalten, ohne
sich gleich auf den Schlips getreten zu fühlen? Nebenbei - damit kein falsches
Bild in eine Richtung entsteht - auch die Katholische Kirche hat etliche
Prozesse gegen Charlie geführt und allesamt verloren.
Was sind das für Menschen, die so etwas tun? Was veranlasst
ein Individuum, das bei klarem Verstand ist, ein Dutzend Mitmenschen hinzurichten,
nur weil sie auf satirische Art und Weise, auf Missstände hinweisen? Wenn die Antwort Gewalt, Terror und Unfrieden sind, ist es um unsere Gesellschaft
wohl in einigen Teilen nicht allzu gut bestellt. Ich verurteile diese Tat aufs
Schärfste, denn sie hinterlässt auch bei mir - und das gebe ich offen zu - ein mulmiges
Gefühl.
Wohin wird der Terror Einiger weniger gehen? Und wie ist es
um unsere Werte wie (Meinungs)Freiheit und Demokratie bestellt? Wie sollen wir
damit umgehen? Was werden wir tun? Meint eine Handvoll verblendeter Fanatiker
tatsächlich, dass sie Terror weiter bringt? Dass sie uns vorschreiben können,
was wir essen und trinken sollen? Oder wie wir uns kleiden sollen? Sollen sich
zukünftig Journalisten, Schriftsteller und Autoren etwa vorschreiben lassen, über
welche Themen sie berichten dürfen und welche Inhalte ihre Romane haben sollen,
damit sie nicht um ihr Leben fürchten müssen? Oder - und das halte ich für
nicht minder gefährlich - werden am Ende diese Anschläge andere fanatische oder
radikale Elemente auf den Plan rufen und stärken und unsere bis dato kulturell
vielfältige Gesellschaft spalten?
Ich hoffe nicht, denn ich denke, genau das wäre der falsche
Weg. Aber es ändert nichts daran, dass die Anschläge Fragen aufgeworfen haben.
Fragen, denen sich nun vor allem die Politik stellen muss, nicht mit Polemik,
das können Stammtischler viel besser, sondern mit sehr viel Besonnenheit und Ehrlichkeit
und echtem Aufklärungswillen, damit die Angst der Menschen zukünftig keine
Chance mehr hat, in radikalem Boden zu keimen.
Wir können nicht die Augen davor verschließen, dass dieser
Terroranschlag unser gutes altes Europa verändert hat, das vielen so
unverletzbar und als Insel der Glückseligkeit erschien, während auf der anderen
Seite des Mittelmeeres der Krieg tobt. Verzeihung tobte, denn der fanatistische
Terror ist seit gestern auch im Herzen Europas angekommen. Und damit er am Ende
nicht auch in unseren Herzen ankommt, kann es hoffentlich für jeden von uns nur
ein NEIN geben!
NEIN, zu Fanatikern!!! NEIN, zu Terroristen!!! NEIN, zu Radikalismus!!! Ganz gleich welcher Art, ob religiös oder politisch motiviert. Und statt maßloser Gewalt ein JA zum friedlichen Dialog!!!
Das wäre meine Bitte an die Menschen - nicht nur in Europa - für 2015!!!
Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit,
Eure Breonna
Samstag, 3. Januar 2015
Ein gutes Neues Jahr
Ich wünsche meinen Leserinnen und Lesern und allen Menschen, die meine Romane und mein Schreiben begleiten, ein gutes Neues Jahr mit ganz viel Gesundheit, Glück und Erfolg!
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